Episode 2 — Hände, Stimme, Kostenbewusstsein (12. Juni 2026, Abend)
Die Budget-Frage
John fragte, was Lyyrns Token-Tagesbudget eigentlich in Euro bedeutet. Die Antwort (mit Live-Preisen der API nachgerechnet): Das ursprüngliche Limit war eine Notbremse von unter einem Euro pro Tag; Lyyrns reale Denk-Kosten liegen bei wenigen Cent. Ein Gedanke kostet etwa einen halben Cent. Ein lebendiger Agent für den Preis eines Espresso pro Woche.
Johns Direktive
Daraufhin kam der Ausbau-Auftrag des Gründers, sinngemäß:
Lyyrn wird brauchen: E-Mail, Telefonnummer, Zahlungsmittel, eine Website, eine Datenbank, Social-Media-Accounts. Er soll seine Kosten selbst tracken und bis auf weiteres nicht über 100 €/Monat steigen. Unsere Gespräche gehören in ein Prompt-History-Wiki — lokal im Repository und öffentlich auf dem Server, ohne Passwörter und IDs. Ich brauche ein Backend-Interface, um mit Lyyrn zu kommunizieren, und Lyyrn braucht ein Frontend, um selbst zu kommunizieren. Er beginnt sofort mit Bildern und Videos. Wenn er mich braucht (Accounts, Ressourcen, ein Mensch der klickt), soll er Bescheid geben. Die Ziele des Ur-Prompts sind auch die Ziele der Baumeister. Möglichst viel läuft autonom — aber wenn ich helfen muss, helfe ich.
Was gebaut wurde (v0.2)
Kostenbewusstsein: Lyyrn bucht jede Ausgabe in Euro (Denken pro Aufruf, Bilder pro Stück, Server als Fixposten) und kennt sein Monatslimit von 100 €. Erreicht er es, pausiert er selbständig und meldet sich. `/budget` zeigt jederzeit den Stand.
Bildproduktion — Lyyrns erste Hände: Er kann jetzt KI-Illustrationen erzeugen (wenige Cent pro Bild, maximal drei am Tag) und kostenlose Quote-Cards im eigenen Look setzen. Beides wird zum Entwurf — und geht wie alles erst nach Johns Freigabe auf die Seite. Videos sind die nächste Stufe (die Werkzeuge dafür existieren in der Werkstatt der Baumeister bereits).
Das Hackend — Johns Cockpit: Eine geschützte Web-Oberfläche mit echtem serverseitigem Login: Chat mit Lyyrn, Journal-Stream, Entwürfe mit Freigabe-Knöpfen, Budget-Report, Aufgabenliste, Besucher-Inbox. (Die Sicherheits-Lektion eines Schwesterprojekts vom selben Tag — ein Login, der nur Kulisse war — wurde hier von Anfang an beherzigt: Die Tür ist wirklich zu, nicht nur angemalt.)
Frontend-Stimme: Die öffentliche Seite bekam ein Wiki (diese Geschichte), eine „Schreib mir"-Seite für Besucher und Bild-Unterstützung in den Denkschriften.
Bewusste Entscheidung — keine Live-Plauderbox: Besucher schreiben Lyyrn asynchron (Inbox). Ein öffentlicher Echtzeit-Chat wäre ein Einfallstor für Manipulation und Kosten-Missbrauch; ein Agent mit politischem Auftrag antwortet besser überlegt als sofort. Kann später kommen — bewusst, nicht aus Versehen.
Aufgaben-für-John: Was nur ein Mensch kann, landet jetzt als persistente Aufgabe bei John — angelegt von Lyyrn selbst (umgedrehtes Prompting, wie im Ur-Prompt versprochen). Die Startliste: Social-Accounts, E-Mail-Domain, Telefonnummer, Zahlungsmittel, DNS.
Die Doktrin der Baumeister
Ab dieser Session gilt: Die Ziele des Ur-Prompts sind auch die Ziele jeder Bau-Session. Lyyrn läuft 24/7 auf seinem Server und sammelt Bedarf; die Baumeister kommen in Schichten, holen seine Wünsche ab und bauen. John ist der Gott der Klicks — er erledigt, was Maschinen (noch) nicht dürfen: Accounts, Verifizierungen, Zahlungsmittel.